Indien. Wieder mal hast Du mich überrascht, gefordert, geliebt und verändert. 

Auch wenn es schon meine 7. Reise in das magische Land war, sitze ich dennoch mit einem surrealen Gefühl auf meinem Sofa in Wien. Ist das alles wirklich passiert? Existiert eine Welt in dieser Welt, in der meine Vorstellungen, Einstellungen, Glaubenssätze, Gewohnheiten der westlichen Welt einfach nicht zählen?

Ja, Indien ist ein Land, das einem nur Eintritt gewährt wenn man bereit ist sein Ego und alle seine (Ge)Schichten zu Hause zu lassen. Nimmst du diesen “Rucksack” mit, so wirst du höchst wahrscheinlich mit einer unangenehmen Durchfallerkrankung und einem “Never Again India- Gefühl” wieder retour ins gute alte Heimatland geschickt. Immer wieder hinterfrage ich diese stark ausgeprägten Neigungen, aka Hassliebe, gegenüber diesem Land. Die volle Hingabe, die Liebe zu Yoga und ihren Wurzeln, zu den Menschen und ihrer Spiritualität, die offene Gastfreundschaft, der Reichtum an Farben und Gerüchen. Und auf der anderen Seite die Armut, die lauten Straßen, das Verhandeln um die letzte Rupie, die immer währenden Geduldsproben und der konstante Mangel an Toilettenpapier.

 

Was mich wirklich immer wieder zurückholt? Die Möglichkeit “RAW” zu sein: in meiner Essenz, mich zu entdecken, loszulassen, zu schreien, zu vergeben, zu beten, die Verbindung zu mir Selbst zu stärken, mich zu fordern, meinem Herzen zu folgen. 

 

In Indien kann ich mich nicht verstellen und schon gar nicht verstecken. Mehrmals habe ich schon weinend auf meinen Knien ein Gebet ausgesprochen. Aus Wut und Verzweiflung, weil ich das Gefühl hatte nicht mehr weitermachen zu können und aus tiefer Dankbarkeit, weil das zugleich auch die Erlösung und Antwort auf all meine Fragen ist: Ohne Dunkelheit kein Licht. Ohne Hass keine Liebe. Ohne das Männliche nicht das Weibliche. Ohne Shakti kein Shiva. Ohne Yin kein Yang. 
Mit keinem besseren Beispiel lässt sich für mich das Universum erklären.

Es ist ein kosmisches Spiel.

Eine “kreative Schwingung”,  auf Sanskrit auch “Spanda” gennant.
Ausdehnen. Zusammenziehen. Das Entstehen von Gefühlen, Gedanken & Handlungen, die sich auch wieder im Raum auflösen. 

dehantare tvag vihagam bhitti bhutam vicintayet

na kincid antare tasya dhyayan na dhyeya bhag bhavet.

 

“Attend to the skin as a subtle boundary
Containing vastness.
Enter that pulsing immensity.
Discover that you are not separate
From aynthing there.
There is no inside,
There is no outside,
There is no other-
No object to meditate upon that is not you”
YUKTI 25, The Radiance Sutras
Wenn wir verstehen, dass die Einheit, Gott, das Licht, das kollektive Bewusstsein aus einer Polarität zwischen positiv und negativ besteht und in ständiger Bewegung ist, dann lernen wir auch uns Selbst und unsere eigenen Höhen und Tiefen besser zu verstehen und zu schätzen. Die traurigen Tage genauso wie die glücklichen. Alles ist Eins. Niemals können wir Liebe fühlen ohne Hass oder Verzweiflung je erlebt zu haben.
Gute Tage? Easy. Genießen, Leben, Lieben. Schlechte Tage? Another Story.
Dennoch sind sie teil unseres Lebens. Wie der Biorhythmus, Mondzyklus und der Notfall, dass keine Schokolade im Haus ist.
Die dunklen Phasen stärken die lichtvollen in unserem Leben. Wichtig ist, dass wir dem bewusst werden und uns nicht im negativen Gedankenspiel verlieren. Uns zurückziehen wenn Körper und Geist Ruhe brauchen. Atmen. Reflektieren. Nähren. Ausruhen.
Denn auch das Gesetz der Anziehung besagt:
“Light attracts more Light and Darkness attracts more Darkness.”
In jedem Moment können wir BEWUSST entscheiden was wir denken, glauben, tun wollen. Jede Sekunde im JETZT wirkt sich auf deine Zukunft aus und WAS du UNBEWUSST in deinem Leben anziehst oder mehr und mehr verstärkst.

Indien. 

Danke für die Verwirrung. Die Klarheit. Die Wut. Die Freude. Den Widerstand. Die Akzeptanz. Die Möglichkeit, dass alles möglich ist.

Bhuvanadhvadi rupena cintayet kramaso khilam

sthula suksma parasthitya yavad ante manolayah

 

“This Whole Universe is a path of liberation,
A vast arena for your endless play.
Playing, let your awareness be everywhere at once.
Planets, stars, swirling galaxies, subatomic motes-
All are dancing within you.
Enter the rhythm,
Descend into the space between beats.
Dissolve into intimacy with the Dancing One.”
YUKTI 33, The Radiance Sutras

 

Hari Om Tat Sat

 

Jährlich organisiere ich nun eine Pilgerreise für 10 Frauen in das magische Land. Bei Interesse kontaktiere mich gerne unter office@yogalexia.at